Aufgaben und Zielsetzungen

Das Bad Krozinger Bürgerforum wurde am 17.10.1993 als parteiunabhängiger, bürgernaher und uneigennütziger Verein gegründet. Das KBF ist ein Zusammenschluss von Bürgerinnen und Bürgern, die sich ohne die Bindung an politische Parteien aktiv für eine bürgernahe, sachbezogene, umweltbewusste und zukunftsorientierte Mitgestaltung des öffentlichen politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens in der Gemeinde Bad Krozingen einsetzen wollen.

Das KBF sieht seinen Hauptzweck darin

  • Parteiunabhängig, zeitnah und umfassend über kommunalpolitische Entscheidungsprozesse der Gemeinde Bad Krozingen zu informieren.

  • Mitwirkung und Einflussnahme bei der Entwicklung der Gemeinde.

  • Unterstützung von und Mitarbeit in gemeindepolitischen Gremien wie ‚Lokale Agenda' oder anderen, auch - zeitlich begrenzt - aktiven Gremien mit gemeindepolitischen Themen.

  • Teilnahme an kommunalpolitischen Wahlen

Der Vorstand besteht aus

1 Ersten Vorsitzenden
2 Stellvertretenden Vorsitzenden
1 Pressewart
1 Schriftführer
1 Kassenwart
4 Beisitzer

Der Vorstand versteht seine Aufgabe in der Bearbeitung aktueller kommunalpolitischer Themen, in der Öffentlichkeitsarbeit und in der Unterstützung von derzeit fünf Gemeinderatsmitgliedern des KBF.
 

Dieses Positionspapier soll dazu dienen, dem Leser einen ersten Einblick in Meinungen, Haltungen und Ansichten des KBF zu aktuellen Themen der Gemeinde Bad Krozingen zu geben.
 

1. Gemeindeentwicklung

1.1 Innerortsberuhigung und Fußgängerzone

Innerortsberuhigung: Das KBF setzt sich seit seiner Gründung für eine Attraktiviätssteigerung und einen verkehrsberuhigten Innerortskern mittels der östlichen Ortsumfahrung ein.

Als erste politische Gruppierung legte das KBF ein verkehrspolitisches Konzept vor, dass die Achse ‚Bahnhofsvorplatz - Bahnhofstr. - Lammplatz - Kirchplatz' als Fußgängerzone vorsieht.

Eine auf die Kundenbedürfnisse zugeschnittene Verkehrsanbindung ist für die Schaffung der Fußgängerzone dringend erforderlich. Im Umfeld der Fußgängerzone müssen gut zu Fuß erreichbar ausreichend Parkgelegenheiten bereitgestellt werden. Dies bedeutet z.B. die Schaffung weiterer Parkmöglichkeiten am Graserweg und die Erweiterung des Kurparkplatzes in Form eines Parkdecks.

Weitere Mittel zur Realisierung der genannten Anliegen sind:

die Mitwirkung bei der Verkehrsflusssteuerung mittels Kreisverkehre, Ampelsteuerungen
ein übersichtliches Parkleitsystem mit ausreichend ausgewiesenen Parkgelegenheiten in begehbarer Nähe der Innenstadt. Hierbei wird ein maximaler Entfernungsradius von 300 m vom am weitesten entfernten Punkt zum Parkplatz angestrebt.
Ein attraktiver Wegweiser zu den Geschäften und den lokalen Attraktivitäten.
Die Umsetzung dieses Konzeptes wird mehrere Jahre beanspruchen, wobei etliche Maßnahmen schon heute ohne großen Aufwand realisiert werden könnten:

Beruhigung der Bahnhofstr. durch Sperrung der Bernhardus - Brücke z.B. mittels Poller (zeitreguliert von 10-18 Uhr)
Zeitliche Regelung bzw. Begrenzung des Zulieferverkehrs (7-10 Uhr vor-mittags)
Anwohnerausweise

Die Unterstützung und Mitarbeit bei anderen gleichgerichteten Organisationen und Arbeitskreisen ist dem KBF ein besonderes Anliegen, um die hochgesteckten Ziele erreichbar werden zu lassen.

1.2 Deutsche Bundesbahn - 3.&4. Gleis

Das KBF befürwortet den Bau des dritten und vierten Gleises als notwendige Erweiterung der Rheintalstrecke auf Grund des rasch zunehmenden Europäischen Binnenverkehrs.

Für die Gemarkung Bad Krozingen ergeben sich jedoch erhebliche Belastungen, wenn die jetzige Planung verwirklicht wird. Beeinträchtigt sind insbesondere die Bewohner der Teilorte durch die immense Lärmbelästigung und die Landwirtschaft durch den großen Flächenverbrauch. Auch der Kurbetrieb im Kernort wird in Zukunft zwangsläufig unter dem Lärm leiden. Kurkliniken und ein Kurpark, die von zwei Bahnstrecken umschlossen sind, verlieren erheblich an Attraktivität.

Die Grenzen der Belastbarkeit unserer Gemeinde, die sich im Gesundheitsbereich profilieren will und muss, deren Gemarkung bereits jetzt von einer Bahnstrecke und von einer Autobahn durchschnitten werden, sind mit der jetzigen Planung überschritten.

Nicht nachvollziehbar ist das Verhalten der Bahn, die von Zusagen, wie etwa, die Trasse in Tieflage zu führen, wieder abgerückt ist. Nach dem derzeitigen Stand soll die Trasse sogar 2m über dem jetzigen Geländeniveau liegen. Damit wird ein wirksamer Lärmschutz illusorisch, da die dazu notwendigen Schutzwälle eine Höhe haben müssten, die alleine schon wegen des damit verbundenen Geländeverbrauchs nicht realisierbar ist.

Das KBF fordert daher, dass auch im jetzigen Planungsstadium noch andere Tras-senvarianten oder auch Tunnellösungen untersucht werden müssen. Sollte die Bahn nicht zu Konzessionen bereit sein, müssten notfalls auch juristische Schritte der Gemeinde in Erwägung gezogen werden.

Eine Zusammenarbeit mit anderen betroffenen Gemeinden sollte angestrebt werden, wobei aber nicht übersehen werden darf, dass die Interessenlagen durchaus sehr unterschiedlich sein können.

Im Zusammenhang mit den Ausgleichsflächen, die auf Grund des Geländeverbrauchs durch den Bau der neuen Bahnstrecke zu schaffen sind (gleichgültig bei welcher Trassenvariante), ist darauf zu achten, dass die berechtigten Belange der Landwirtschaft berücksichtigt werden und ökologische Grundsätze im Vordergrund stehen. Eine Verknüpfung der Schaffung von Ausgleichsflächen und dem notwendigen Hochwasserschutz liegt nahe.
Der Bau der neuen Trasse ist ein Jahrhundertprojekt! Bürger und Gemeindeverwaltung müssen alle - wenn unumgänglich, auch finanzielle Kräfte einsetzen, um zu verhindern, dass daraus ein Albtraum wird.

1.3 Agenda 21 & Bürgergutachten

Das KBF befürwortet, unterstützt und identifiziert sich eindeutig mit den Zielen der Agenda 21 und deren Schwerpunkten in der Gemeindeentwicklung und Innerortsplanung. Dies gilt in Konsequenz auch für die Arbeit und Ziele des Bürgergutachtens, das von Bad Krozinger Bürgern für Bad Krozinger Bürger erstellt wurde und viele Anregungen für die zukünftige Ausgestaltung von Bad Krozingen gibt. Sowohl in der Agenda 21 als auch im Team zur Erstellung des Bürgergutachtens ist das KBF aktiv vertreten.


2. Wirtschaftsförderung

Generell ist zu bemerken, dass die Wirtschaftsförderung in den vergangenen Jahren in Bad Krozingen stark vernachlässigt wurde, da man sich in guten Zeiten einseitig auf das Standbein ‚Kur- und Heilwesen' verlassen hat. Spätestens mit der Einführung der Gesundheitsreform und den damit einhergehenden Kostenreduktionen ist klar, dass weitere Wirtschaftsförderungsmaßnahmen zwingend erforderlich sind: Zum einen um andere, neue Gewerbe, wie z.B. mittelständische Dienstleistungsbetriebe nach Krozingen zu bringen, zum anderen aber auch um die Wirtschaftskraft Bad Krozingens auf mehrere Standbeine zu verlagern. Hierdurch werden natürliche wirtschaftliche Schwankungen und die damit einhergehenden Steueraufkommen besser ausgeglichen. Andere Nachbargemeinden wie Ehrenkirchen, Heitersheim und Eschbach haben hier eher reagiert und weisen inzwischen beachtliche Zuwachsraten auf.

Im Zeitalter der Globalisierung mit einhergehender kontinuierlicher weltweiter Vernetzung sollten diese Prinzipien auch in der Gemeindepolitik Einzug halten - dies mit der Zielsetzung Synergieeffekte zu nutzen um Kosten und Aufwand zu reduzieren (z.B. Zusammenlegung von Ämtern und Sicherheitseinrichtungen wie Feuerwehr und anderen Rettungseinrichtungen) oder aber mit der Bündelung von Aktivitäten im Gemeinschaftsverbund die Marktpräsenz zu verstärken (Auftreten/Zusammenarbeit im Verbund mit anderen Gemeinden und Institutionen.

Das KBF unterstützt aus den genannten Gründen grundsätzlich die Wirtschaftsförderung in Bad Krozingen und setzt Priorität auf einer deutlichen Stärkung des Wirtschaftsstandortes in Bad Krozingen.

2.1 Kurort Bad Krozingen

Die Krankenkassen und Rentenversicherungen legen zunehmend strengere Maßstäbe bei der Bewilligung von Rehabilitationsmaßnahmen an. Hierdurch bedingt sinken die Besucherzahlen seit Jahren stetig. Es gilt also Kurgäste auf unseren Kurort aufmerksam zu machen, diese dazu zu bewegen, nach Bad Krozingen zu kommen.

Es muss Aufgabe der Gemeinde Bad Krozingen sein, offensiv Werbemaßnahmen einzuleiten und hierbei gezielt bestimmte Gruppen, Betriebe und Regionen anzusprechen bzw. zu umwerben. Denkbare Ansätze sind klassische Zielgruppen mit gesundheitlichen Einschränkungen, Selbsthilfegruppen oder Ähnliches. Alternativ zu den bekannten Zielgruppen sollten neue Zielgruppen mittels Aktionen z.B. in Kauf- und Versandhäusern oder Einkaufszentren angesprochen werden.
Es gilt auch hier, wie zuvor bei der Wirtschaftsförderung erwähnt, der Gedanke der Globalisierung mit einhergehender Vernetzung der Aktivitäten: Der gemeinsame Auftritt verschiedener Gemeinden im Verbund wird als zwingend notwendig angesehen: Beispielsweise könnten Badenweiler-Bad Bellingen-Bad Krozingen und Freiburg über eine gemeinsame Bäderkarte werben, die es den Kunden erlaubt alle Bäder zu benutzen. Neben Synergieeffekten mit den damit verbundenen Kosteneinsparungen, werden die Gäste zum Besuch des genannten Ortsverbundes animiert. Aber auch die Vernetzung von Attraktionen an verschiedenen Standorten zu überregionalen Aktionen im Gemeindeverbund kann ein möglicher Ansatz sein

Als weitere Attraktionen wäre die Radtouristik zu nennen, für die in Bad Krozingen und Umgebung ein breites Betätigungsfeld vorhanden ist.

2.2 Stadtwerke Bad Krozingen - Wasser-Gas-Elektrizität

Die Liberalisierung der bisher meist geschlossenen Märkte um Elektrizität, Wasser und Gas hat in den letzten Jahren dazu geführt, dass etliche Gemeinden und Städte ihre eigenen Netze für Strom und/oder Wasser und/oder Gas gekauft haben und diese unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten mit Erfolg in eigener Regie betreiben. In Bad Krozingen wurde diese Diskussion bisher um das Wasser- und das Gasnetz geführt, wobei das KBF sich vehement für den Verbleib in öffentlicher Hand einsetzt, um unabhängig von kommerziell orientierten Unternehmen zu bleiben. Die drei genannten Elemente gehören zur Grundversorgung der Menschheit und die Verfügungs- bzw. Entscheidungsgewalt hierüber muss in öffentlicher Hand bleiben. Wo wirtschaftlich sinnvoll und möglich unterstützt das KBF deren Einbringung in städtische Gesellschaften in öffentlicher Hand. Hierbei sind die unter Punkt 3 genannten Zielsetzungen, insbesondere der Einsatz regenerativer Energien z.B. durch Ausweisung weiterer Aufstellmöglichkeiten besonders zu berücksichtigen und zu fördern.


3. Umwelt & Ökologie

3.1 Umweltschutz in Bad Krozingen

Umweltschutz: Das KBF setzt sich aktiv für einen nachhaltigen Umweltschutz in und um Bad Krozingen ein. Dies umfasst unter anderem die mehrfache Wiederverwertbarkeit von Rohstoffen (Recycling), die Reduktion der Verkehrsbelastung und den daraus resultierenden Belastungen durch Lärm und Abgase, sowie den Erhalt und die Schonung von Landschaft und Natur. Nicht regenerative fossile und nukleare Brennstoffe zur Gewinnung von Energie sollen, soweit möglich und wirtschaftlich sinnvoll durch regenerative Energien ersetzt bzw. verbrauchsmäßig reduziert werden.

Hochwasserschutz: Das KBF setzt sich aktiv für ein naturfreundliches und -verträgliches Hochwasserschutzkonzept mit der Zielsetzung des minimal erforderlichen Eingriffs in Landschaft und Natur ein. Es umfasst eine minimal notwendige Anzahl an Überflutungs-flächen, eventuell mit See als Wasserreservoir auch zur Freizeitnutzung. Ein weiterer Schritt ist die Wiederherstellung des vorhandenen Grabensystems der Wiesen zwischen Staufen und Bad Krozingen mit der Vorgabe, überschüssiges Oberflächenwasser vorort versickern zu lassen, anstatt es durch Bad Krozingen in den Rhein einzuleiten. Hierdurch würde der Neumagen in Bad Krozingen als auch die nachfolgenden Flüsse entlastet werden. Das KBF verspricht sich hiervon eine nachhaltige Verbesserung des seit Jahren sinkenden Grund-wasserspiegels sowie eine Senkung der Nitratwerte im Trinkwasser, verursacht durch die Düngung der Landwirtschaft. Die Mehrkosten für die notwendige Reinwasserbeimischung zur Reduktion der Nitratwerte auf die gesetzlich zulässigen Grenzwerte würden dadurch entfallen bzw. sich deutlich reduzieren.

3.2 Einsatz regenerativer Energien

Das KBF unterstützt den Einsatz regenerativer Energien zur Reduktion der Verwendung nicht regenerativer Energien und deren Beitrag zur negativen Stickoxidbilanz bzw. zum Treibhaus-Effekt. Dies gilt sowohl für den Einsatz in öffentlichen Gebäudekomplexen, als auch im privaten Wohnungsbau. Primäre Zielsetzungen sind hierbei die Informationen über neueste Entwicklungstrends, gesetzliche Veränderungen und Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen mittels Veröffentlichungen und Informationsveranstaltungen. Angestrebt wird auch die aktive Mitarbeit und Beteiligung bei realen Projekten.

3.3 Strategische Ortsentwicklung unter Berücksichtigung der Nachhaltigkeit

Die letzten Jahre der Ortsentwicklung von Bad Krozingen standen eindeutig im Zeichen des Bevölkerungswachstums. Aus einer Gemeinde wurden eine Stadt und ein Mittelzentrum. Die Nachverdichtung von Bauland sowie die Ausweisung von Neubaugebieten führten zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen, dessen Folgen wir heute zu spüren bekommen. Dasselbe gilt für infrastrukturelle Einrichtungen wie Kindergärten und Schulen. Dem entgegen stehen begrenzte Flächen zur Ausweisung von zukünftigen Baugebieten. Das KBF setzt sich ein für eine strategische Planung der Gemeindeentwicklung unter besonderer Berücksichtigung der Nachhaltigkeit insbesondere für zukünftige Generationen. Hierzu müssen öffentlich verfügbare und intern aufbereitete Statistiken über wesentliche Faktoren der Gemeindeentwicklung über die Jahre analysiert werden, um Schlüsse für die Zukunft zu ziehen.